Wirtschaftsmotor Biogas

Umsatz/Anzahl Biogasanlagen

Biogasanlagen Umsatz

Effekte für die Wirtschaft

Die Biogasbranche zählt inzwischen zu einem der wichtigsten Wirtschaftsmotoren in Deutschland. Bis Ende 2010 werden etwa 5.800 Biogasanlagen in Betrieb sein und eine elektrische Leistung von etwa 2.300 Megawatt (MW) zur Verfügung stellen. Deutschland ist von Beginn an Vorreiter bei der Verbreitung und Entwicklung der Biogastechnologie. Grundlage dieser einzigartigen Entwicklung ist eine auf das EEG basierende innovative klein- und mittelständische Branche.

Arbeitsplätze

Allein im Jahr 2010 werden weit mehr als eine Mrd. Euro in den Biogasanlagenbau investiert und mehr als 16.000 Arbeitsplätze gesichert.

Anlagenbau

Von der ersten Idee bis zur fertigen Anlage und einem professionellen Betrieb sind zahlreiche Spezialisten gefragt. Über 700 klein- und mittelständische Unternehmen bieten Dienstleistungen rund ums Thema Biogas an. Durch diese Investitionen wird der heimische Mittelstand in den ländlichen Regionen gestärkt.

Anlagenbetrieb

Am Betrieb der mehr als 4.900 Biogasanlagen sind rund 5.000 Beschäftigte beteiligt. Darüberhinaus werden im vor- und nachgelagerten Bereich von Biogasanlagen durch Wartungs- und Service arbeiten, die Bereitstellung von Substraten (z.B. Energiepflanzenanbau) und die Verwertung des Outputs (Biogas, Strom, Gärprodukte) zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen und etablierte Branchen indirekt gestützt.

Exportschlager Biogas

Die weltweite Technologieführerschaft der deutschen Biogasunternehmen öffnet äußerst interessante Export- und Entwicklungsmöglichkeiten. Zahlreiche andere Länder entdecken die Vorteile der Biogastechnologie und bieten nach dem Vorbild Deutschlands attraktive Vergütungsstrukturen z.B. Italien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Tschechien und Ungarn.

Regionale Effekte

Biogasanlagen sind dezentrale Anlagen mit dem Ziel, gespeicherte Sonnenenergie in Form von Biomasse aus der Region für die Region bereitzustellen. So profitieren neben den Anlagenbetreibern und den Energieabnehmern auch die daran beteiligten Personen und Kommunen.

In Zeiten sinkender Gewerbesteuereinnahmen sorgen Biogasanlagen für stabile und kalkulierbare Einnahmen in den Kommunen. Durch die Einbindung regionaler Handwerker und Dienstleister bei Planung, Bau und Betrieb der Biogasanlagen bleibt Kapital, das andernfalls bei fossilen Energien ins Ausland wandert, in der Region und stärkt dabei die Wirtschaft im ländlichen Raum. Regionales Handwerk bedeutet regionale Arbeitsplätze, Gewerbesteuer und Kapital in der Region.

Verlässliche und bezahlbare Energie

Energie aus Biogas ist eine verlässliche und über das EEG kalkulierbare Energiequelle. Preisaufschläge wie bei Rohöl oder Erdgas und deren Folgeprodukten sind somit ausgeschlossen. Die Energie stammt aus der Region und unterliegt keinen Lieferschwankungen aus Krisenregionen beziehungsweise Spekulationen. Berechnet man die positiven Effekte bezüglich dezentraler Stromeinspeisung und den vermiedenen Netznutzungsentgelten mit den positiven Effekten durch die Grundlastfähigkeit beziehungsweise der eingesparten Treibhausgase, so liegen Biogasanlagen mit ihren Stromvergütungen bereits relativ nahe am durchschnittlichen Strompreis, den ein Haushalt pro kWh in Deutschland bezahlt.

Energie für die region aus der Region

Durch die dezentrale Einspeisung wird eine zunehmende Diversifizierung der Stromerzeugung weg von zentralistischen Strukturen ermöglicht. Die Energie für die Region entsteht in Standort angepassten Biogasanlagen in der Region und sorgt somit für ein stärkeres Identitätsgefühl der ländlichen Räume.

Bioenergiedörfer

Anhand beispielhafter Bioenergiedörfer zeigt sich, wie der regionale Gemeinschaftsgedanke konsequent in die Praxis umgesetzt werden kann. Die Bürger selbst planen und betreiben ihre autarke Energieversorgung aus Sonne, Wind und Biomasse und profi tieren auf allen Ebenen davon.

Wärmeabgabe an Nachbarn

Idealerweise werden bei Biogasanlagen, die das Gas vor Ort verstromen, frühzeitig alle potenziellen Wärmeabnehmer ins Boot geholt und an den vielfältigen positiven Effekten beteiligt. Mit Hilfe von Nahwärmeleitungen – auch durch die Anwohner selbst betrieben – kann der Schulterschluss zwischen den Anlagenbetreibern und deren Nachbarn realisiert werden.

Landschaftspflege und Erhalt ländlicher Strukur

Aufgrund sinkender Agrarpreise fallen mehr und mehr Flächen aus der wirtschaftlichen Nutzung. In vielen Regionen sind Grünlandflächen nur noch schwer zu verpachten und bleiben vielfach ungenutzt. Wertvolle Energie wird somit einer sinnvollen Nutzung entzogen. Mit Biogasanlagen können diese frei werdenden Flächen wieder einer effizienten und nachhaltigen Nutzung zugeführt und gleichzeitig die Landschaft gepflegt werden. Landwirte können sich für die Durchführung dieser Gemeinschaftsaufgabe Kosten für die Pflegemaßnahmen bezahlen lassen.

Abnahme von Grünschnitt

In Gärten, Parks, Grünanlagen und auf Sportplätzen fallen jährlich große Mengen an energiereicher und vergärbarer Biomasse an. Durch die verstärkte energetische Verwertung dieser bisher kaum genutzten Energiequellen profitieren neben den abgebenden Personen – Kommunen und Privathaushalte – auch die Anlagenbetreibe und die Umwelt. Hier schließt Biogas regionale Kreisläufe.

Mehr Akzeptanz für die Landwirtschaft

In den Mischgebieten auf den Dörfern sinkt zunehmend die Akzeptanz für die Landwirtschaft. Mit der sinnvollen Einbindung einer Biogasanlage kann unter anderem durch die Geruchsminimierung von Gülle die konventionelle Landwirtschaft und Tierhaltung profitieren und an Akzeptanz gewinnen.

Neue Perspektiven für die Landwirtschaft

Ein bisher nicht da gewesener Strukturwandel in der Landwirtschaft hat sich in Gang gesetzt, dem die Landwirte in vielen Fällen nur mit „Wachsen oder Weichen“ begegnen können. Die Folgen sind immer weniger Landwirte mit immer größer werdenden Betrieben. Hier stellt Biogas in vielen Fällen eine neue Möglichkeit zur Einkommensstabilisierung des bisherigen Betriebes oder eine komplett neue Betriebsausrichtung dar.

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